Gelernt zu lernen – Mein Umdenken!

Hm. Ich bin total verschult und war viele Jahre einfach nur „zu“! „Zu“ in der Schule, „zu“ in der Ausbildung und „zu“ im Studium. Wissen konsumieren und dann aufs Papier kotzen. Konnte ich gut und musste ich ja machen, denn es wurde gelernt, was andere sagten, was gelernt werden sollte. Puh! Die Einführung des Bachelors und Masters hat es für mich nicht besser gemacht.

Ich habe 3 Jahre gebraucht um mich locker zu machen! 3 lange Jahre. Ich bin 32 Jahre alt und fange gerade an zu lernen. Zum ersten Mal, weil ich nicht muss, sondern weil ich möchte. Ich lernte für die Ausbildung, um den Abschluss zu machen. Ich lernte für das Studium, um den Abschluss zu machen und arbeiten zu dürfen. In der Schule lernte ich nur, weil ich da hingehen musste und auch um den Abschluss zu machen.

Nun lerne ich, um zu lernen. Einfach, weil ich Lust darauf habe. Ich lese und bilde mich, weil ich an Themen interessiert bin. Gestern Abend verbrachte ich einen ganzen Abend damit, mich über Viren zu informieren. Einfach nur so, weil ich Lust darauf hatte und es mich interessierte wie Viren im Köper aktiv sind und dann las ich über Epidemien und wie sie sich auf der Welt verteilen und und und. Ich denke, das nennt man bei Kindern „im Flow sein“. Ich war im Flow und hatte Spaß an meiner Aktivität und war versunken.

So müssen sich Kinder in ihrem täglichen Tun fühlen, wenn man sie lässt. Sie lernen einfach nebenbei, weil das Leben LERNEN ist und das, was sie interessiert und nicht das, was ich vorgebe oder was ich ihnen sage, was sie zu interessieren hat.

Über meine Selbsterfahrung der letzten 3 Jahre, der Ruhe zuhause und auch manchmal der Abgrenzung zum restlichen Umfeld (ist einfach normal, wenn man als ziemlich einzige Mama länger als ein Jahr zuhause ist und die Kinder dabei sind), wankt mein ganzes gesellschaftliches Bild immer mehr und mehr. Ich frage mich tiefgründige Dinge und wünsche mir für meine Kinder eine offene Gesellschaft und druckfreies Lernen.

Meine Lern-Lust war verschüttet und kommt, seit ich Kinder und leistungsdruckfreie Zeit habe, endlich wieder ans Licht. Manchmal sprudele ich so, dass ich 10 Sachen auf einmal recherchiere, lese und plane. Es interessiert mich gerade so viel und ich bin mit voller Energie dabei!iä

3 Jahre Elternzeit, 3 Jahre Selbstbildung zur bindungs-und beziehungs- und bedürfnisorientierten Eltenschaft und Begleitung von Kindern, Bloggen lernen, lernen, wie eine Konferenz organisiert wird, lernen, wie Familie und Arbeiten vereint werden kann, lernen, wie aus einem ich ein Ich mit Familie und Kindern wird.

Im Masterstudium reden wir täglich vom lebenslangem Lernen. Heute hat das auch eine Bedeutung für mich, denn ich habe wieder angefangen das Lernen zu lieben. In ein Lern-System möchte ich persönlich momentan nicht gehen. Meine neue Freiheit ist mir einfach zu wertvoll. Ich lerne zukünftig nur noch das, was ich möchte!

Wie wäre es, wenn schon unsere Kinder dieses Recht bekommen könnten? Hätten wir dann eine Welt mit Expert*innen, die glücklich auf ihrem Gebiet sind? KINDER, die wirklich spielerisch lernen dürfen, worauf sie Lust haben und das ohne diesen furchtbaren Druck? Lernen durch eigene Erfahrungen, eigenes Interesse, durch Versuch und Irrtum?

ES WÄRE DOCH SCHÖN, wenn Lernstätten von Kindern und Jugendlichen moderner und offener wären!

Wie seht ihr das?

Eure Leen

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