Einschalfbegleitung – Horror oder Chance!?

Das Thema Einschlafbegleitung beschäftigt mich nun fast schon 2 Jahre lang. Momentan lese ich in meinen sozialen Netzwerken Mamas, die am Rande ihrer Kräfte einschlafbegleiten und sich nach ihrer Abendzeit sehnen.

Es scheint eine große Spannweite zwischen „Es kotzt mich alles nur noch an“ und „Ich nehme es, wie es ist“ zu geben.

Die meisten Elternblogger*innen und Eltern, von denen ich gelesen und gehört habe, sind mittlerweile auf dem Stand, dass keine Ferbermethoden genutzt werden. Das finde ich ganz ehrlich richtig gut, denn damit ist unseren Kindern nicht geholfen. Jedoch ist das Klagen groß und es wird an dem Weg, der bindungs-, beziehungs- und bedürfnisorientierten Einschlafbegleitung auch oft gezweifelt. Ich verstehe das, denn ich hatte auch solche Gedanken und harte Phasen.

Ich hatte Abende, an denen ich nicht das Bett verlassen konnte und das waren nicht wenige. Ich ärgerte mich, dass ich das Bett „hüten musste“ und nichts von meiner abendlichen Zeit hatte. Wer intensiv einschlafbegleitet weiß, wovon ich spreche. Doch diese Gedanken sind nicht länger existent.

Was hat sich geändert, dass ich entspannt darüber schreiben kann!?

Ich bin ganz ehrlich! Nichts, außer meine Gedanken, mein Mindset, wie es jetzt immer so schön heißt. Als ich anfing zu akzeptieren, dass dieses Kind einfach so extrem steinzeitmäßig aufgestellt war, immer die Sicherheit einer Bindungsperson in der abendlichen Zeit brauchte und ich (vorrangig ich, es gingen aber auch phasenweise andere vertraute Personen) da sein musste, wurde alles irgendwie entspannter.

Ich schaute in dieser Zeit Serien, las auf dem Kindl oder entspannte einfach nur im Familienbett. Ich hatte mir grundsätzlich schon längere Zeit vorgenommen, gelassener zu werden und im Hier und Jetzt zu leben. Das war meine persönliche Aufgabe und durch diese Einschlafsituation schnallte ich es endlich – Die Einschlafbegleitung war das Hier und Jetzt und ich konnte an dieser Gelassenheit arbeiten. Was für eine große Erkenntnis für mich.

Als ich es endlich akzeptierte, entschleunigte sich die ganze Abendsituation, weil ich mich entspannte. Ich war in Gedanken nicht mehr bei dem kommenenden Abend, sonder ich war einfach im Bett. Ich organisiere den Tag etwas anders und sehe zu, dass ich abends nichts mehr zu tun habe, außer Dinge, die ich mag und möchte.

Nachdem sie, jetzt wirklich fast immer, entspannt eingeschlafen ist, arbeite ich am Blog, lese oder schaue Serien auf Netflix oder Prime. Ich mag die Bettzeit.

Ich kann jetzt auch aufstehen und runter gehen, aber wichtig ist, dass sich mein ganzes Bild auf diese Situation pisitiv verändert hat. Ich habe es angenommen, als Teil unseres persönlichen Familienlebens akzeptiert und mache das Beste daraus. Es ist einfach ein Perspektivwechsel von „Mir wird etwas genommen und du bist Schuld daran, Kind“ zu „Ich nutze die Zeit für mich als Qualitätszeit und begleite dich dazu noch nach meiner persönlichen inneren Haltung“. Das zweite Mindset ist für mich doch eine totale Win-Win-Situation.

Für mich ist es wirklich nicht mehr schlimm und ich weiß auch, dass sie nicht immer so „klein“ sein wird und ich nicht immer so „intensiv“ gebraucht werde. Es ist einfach ein Teil unseres Lebens und ich akzeptiere und lebe ihn in vollen Zügen, wie es nun mal gerade ist. Es ist, wie es ist und es ist in Ordnung so.
Eure Leen

12 Kommentare zu “Einschalfbegleitung – Horror oder Chance!?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.