High-Need und Hochsensibel und warum ich den Text geändert habe!

Am Sonntag las ich den Text von Mo Zart von 2KindChaos. Dieser Text hat mich zum Nachdenken angeregt. Sie schrieb einen wirklich gefühlvollen Beitrag über ihre hochsensibelen Kinder. Nach der Veröffentlichung wurde in den sozialen Medien noch heiß darüber diskutiert. Ich habe dazu ein paar Gedanken veröffentlicht, die ich aber hiermit überarbeite, weil die Frühlingskindermama mir mal so richtig ordentlich den Kopf gewaschen hat. Toll, wie wir uns alle ergänzen. Der Kommentar zum ursprünglichen Text ist untern in den Kommentaren. Danke, dafür!

Ich habe den Text nochmal mit der Brille „High-Need oder Hochsensibel/ Hochsensitiv“ gelesen und ich kann nicht anders, als es zu ändern. Ich stecke nicht in den Schuhen, ein High-Need-Baby oder ein hochsensitives Kind zu begleiten.

Ich bin definitiv ein Mensch von tiefen Emotionen. Ich bin sensibel und sozial. Ich haben das Glück noch viel Emotionen zu spüren, andere verschließen sich über die Jahre aus verschiedensten Gründen. Einen Grund sehe ich in der Erziehung und einer Aberziehung von Emotionen. Ich befinde mich ja, wie der Name meines Blogs schon sagt, im Aufbruch zum Umdenken. Ich möchte mich besser kennenlernen, mehr Gefühl in mein Leben lassen, mein Gefühl mein Leben leiten lassen. Mein Lieblingsfach in der Schule war Philosophie und ich finde mich selbst sehr in Gedanken und Texten von mir selbst, wenn ich auf dem Blog schreibe. Ich kann laut sein, aber tief in mir, bin ich sehr leise. Ich mag diese Gegensätze. Ich versteh es, sich in die Gefühlswelten anderer Menschen einzufühlen. Ich bin gut darin, Problemen auf den Grund zu gehen und Lösungen zu finden. Ich bin in den letzten Jahren gewachsen, an Krisen, an Bergen des Glücks, am Leben, am Mutter werden. All das Erlebte macht mich zu dem Menschen, der ich jetzt bin. Das Überarbeiten des Textes bringt mich weiter, ich lerne dazu, ich wachse an meinen Aufgaben, ich leben meinen Aufbruch zum Umdenken. Dazu gehört es auch, seine Worte und Meinung zu überdenken, wenn etwas nicht mehr passt.

Was haben wir für einen Schatz in den Schoß gelegt bekommen? 

Wahre WUNDER, wahres Glück, reine und unberührte Seelen. Ich denke, dass die Reinheit des Menschen, in Form eines Babys, den vollsten Schutz und die größte Liebe verdient haben. Unsere Kinder sind eigentlich Frühgeburten, Traglinge und rein körperlich und entwicklungstechnisch im ersten Jahr voll und ganz auf uns angewiesen. Wir Eltern sind der Hafen, das Nest, ein Zuhause und müssen für diese Wunder sorgen, damit sie erblühen. In den ersten Jahr wächst eine Bindung, eine Beziehung, es wird gegenseitig auf die Bedürfnisse geschaut – die Familie ist sensibel miteinander und die Beziehung sind intensiv.

Ob high-need, hochsensibel, hochsensitiv, emotional – alle Menschen haben ein Bedürfnis nach Liebe und Geborgenheit. Sein zu dürfen, wie man ist, auch wenn es sich unangenehm und anstrengend für die Eltern anfühlen kann, ist das wahre Glück! Kinder, die die Möglichkeit haben, sich selbst, mit all ihren Facetten entwickeln zu können, ohne kaputt erzogen zu werden, haben doch den Himmel auf Erden, oder!? Kindern, die die Möglichkeit haben, Nähe, Körperlichkeit, Wut, Angst, Freude, Schmerz,  die ganze Bandbreite der Gefühle fühlen zu können, fühlen zu dürfen, haben großes Chancen.

Mein Seidenraupenkätzchen war ein sehr verschlafenes, spätes Frühchen. Viel auf dem Arm, am Körper oder in ihrer Schiffsschaukelwiege. Schlafen ging nur mit uns in der Nähe, jetzt mit 14 Monaten kann ich auch mal ein paar Stunden am Abend runter gehen, aber auch nicht immer. Ich habe auch sehr intensive Phasen mit meinem Körperkontaktkind. Ich glaube aber, dass ich keine wirkliche Idee einer Ahnung davon habe, was es heißt, ein high-need Kind zu begleiten, weil ich es nicht erlebt habe.

Ich denke, dass wenn es bei uns so stark emotional wie bei Mo und Frida gewesen wäre, hätte ich ein Wort wie „High-Need“ oder „Hochsensibel“ als Anker benutzt und auch haben wollen. Diese Frauen leisten viel und wenn ein Wort, eine Definition einen Anker darstellt, dann finde ich es absolut in Ordnung, dass ein Kind als „high-need“ oder „hochsensibel“ bezeichnet wird. Es sind keine Stigmatisierungen, wie ADHS, es sind Ausdrücke für junge Menschen, die zutiefst emotional sind. Ein Kind, das von einem Brunch nach Hause möchte, weil es nicht passt, sorgt für sich. Ich selbst halte noch viel zu viel aus, was gesellschaftlich von mir erwartet wird. Wenn es nicht passt, fängt der Mensch an zu schauspielern, sich zu verstellen. Ich ziehe meinen Hut vor jedem Kind, dass seine Gefühle äußert und nehme mir fest vor, diese Vorbilder noch bewusster zu sehen und über meinen Schatten zu springen und von unserer jungen Zukunft zu lernen. Ich liebe es jetzt schon mit meinem Kind zu wachsen.

Und schaut doch mal, wie Mo und Frida  an ihren Kindern gewachsen sind. Auch sie haben sich emotional entwickelt. Eine Hebamme sagte mal zu meiner Freundin: „Jeder bekommt das Kind, was er bereit ist zu schaffen.“ Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage: „Jeder bekommt das Kind, welches einem hilft, in der Seele zu wachsen.“ Eine Elternschaft ist wahrlich eine Möglichkeit, emotional zu wachsen und sich zu entwickeln.
Ich wünsche mir mehr von solchen Menschen, wie die Mamas von dem 2KindChaos Blog, die ihre Kinder in Liebe und Geborgenheit begleiten, auch wenn sie die doppelt und dreifache Belastung tragen. Es sind Mamas,  die die Gefühle ihrer Kinder akzeptieren und begleiten und sich selbst darüber neu finden und wahrscheinlich neu spüren lernen.

Eure Leen

4 Kommentare zu “High-Need und Hochsensibel und warum ich den Text geändert habe!

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