Leen – Die Mama beim Vornamen nennen!

Bei uns ist gerade eine wirklich spannende Phase, über die ich auch intensiv nachgedacht habe und euch heute davon erzählen mag. Es geht um die Bedeutung des Wortes Mama und meinem Vornamen.

Meine Tochter nennt mich derzeit gern Leen. Sie sagt das schon eine ganze Weile zu mir. Sie ruft „Leen“ oder spricht mich mit meinem Vornamen an und ich antworte immer mit: „Ja, Seidenraupenkätzchen! Dann beginnt unsere Unterhaltung. Zu ihrem Bruder sage ich und nicht „Sohn“ und das machen wir ja auch als Eltern so. „Sohn, Tochter, kommt ihr bitte? Das Abendessen ist fertig.“ Macht ja auch kein Mensch so!

Ich habe das einfach zugelassen und beobachtet. Ich habe nicht gesagt: Nein, Seidenraupenkätzchen, ich bin doch „Mama“ und du musst „Mama“ zu mir sagen und nicht „Leen“!

Ich habe also einfach erst einmal weiter die ganze Sache beobachtet und denke momentan immer mal wieder darüber nach.

Woher kommt das Wort Mama eigentlich?

…in der heutigen Form ist das Wort seit dem 17. Jh. gebräuchlich und in Anlehnung an frz. maman entstanden; ein ähnlich lautendes Wort der Kindersprache ist aber schon seit jeher im Sprachgebrauch; grundlegend verwandt sind lat. mamma „Brust, Amme“ und griech. mámma „Mutterbrust“ (Link)

Gut! Mein Kind ist der Brust entwachsen, kann reden und wird immer selbstbewusster. Ich sage zu ihr auch „Seidenraupenkätzchen“ und nicht „Tochter“ und finde es, je länger ich darüber nachdenke, auch logisch, dass sie anfängt mich beim Vornamen zu nennen. WIR machen es ja auch GENAUSO mit ihr.

Nun befand ich mich im inneren Konflikt, ob ich das möchte oder nicht!? Möchte ich, dass mein Kind zu mir „Leen“ sagt oder möchte ich doch lieber „Mama“ genannt werden!?

Ich nenne meine Tochter bei ihrem Vornamen, gebe ihr Spitznamen und sage auch Schatz und/oder ähnliche Kosenamen. Ich denke auch, dass mein Kind das Recht hat, sich ausprobieren zu dürfen und mit Worten und der Sprache spielen und experimentieren zu dürfen. Klar! Warum eigentlich auch nicht.

Ich habe mich dazu entschieden, dass meine Tochter „Leen und Mama und was weiß ich was alles“ zu mir sagen kann oder was auch immer sie gerade für ein Wort in ihrem Herzen für mich hat. Gestern Abend verabschiedete sie sich mit den Worten: „Gute Nacht und schlaf schön mein Kätzchen.“ von mir. Das war wirklich sehr berührend für mich und ich finde dann kann ich auch gern Leen genannt werden. Ihre Liebe zu mir spüre ich so oder so und dafür bedarf es keiner Worte. Auch ein starkes „Leen“ erfüllt mich genauso mit Liebe wie ein „Mama“. Ich liebe sie, so wie sie ist.

Ich persönlich mag es sehr, zu meiner Mama „Mama“ zu sagen. Nie würde ich „Mutti“ sagen oder solche Abwandlungen von Mama. Meine Mama ist einfach „Mama“ für mich. Ihren Vornamen hingegen sage ich selten, aber ab und an nutze ich ihn auch.

Ich bleibe diesem Thema einfach weiterhin entspannt und offen gegenüber.

Wie macht ihr das so?

Eure Leen