Liebe Omas, liebe Opas von bindungsorientierten Eltern!

Ein kleiner Brief an alle Omas und Opas von bindungs-, beziehungs- und bedürfnisorientierten Eltern!

Liebe Mamas, liebe Papas,

ihr seid nun Omas und Opas und eine ganz neue Ära beginnt für euch.

Sicherlich fragt ihr euch oft, was wir da tun, denn wir machen die Dinge so anders als ihr es damals tatet. Wir sagen euch: Vertraut uns!

Wir sind eine Generation, die sich intensiv mit dem Thema *Eltern sein* auseinandersetzt. Wir lesen Bücher von Menschen, die sich mit Bindung und Beziehung auskennen, das studiert haben und auf dem neusten Stand der Forschung sind. Wir lesen Bücher, lesen Blogs und Bücher von Blogger*innen. Diese Menschen lassen uns an ihren Leben teilhaben, an ihren Geschichten und Erfahrungsberichten. Wir können sogar Studien zu allen möglichen Themen lesen. Wenn wir darauf keine Lust haben, lesen wir einfach in einem Blog die Zusammenfassung einer solchen Studie oder die Erkenntnisse daraus, die der oder die Autor*in für uns zusammenfasste. Praktisch oder? Wir wissen, was wir da lesen und wir wissen, was wir da machen. Vertraut uns, glaubt an uns und gesteht und ein, unseren Weg zu gehen.

Wir wissen, wie gut es für unsere Kinder und auch für unsere Bindung ist, wenn wir mit den Babies z.B. in der Trage unterwegs sind oder sie lange und viel in den Armen halten und kuscheln. Wir wissen, was wir da tun! Vertraut uns! Glaubt an uns! Habt keine Angst. Viele Völker auf der Erde tragen ihre Kinder. Das ist ganz natürlich und normal, denn Babies sind Traglinge.

Wir wissen auch sehr viel über das Schlafverhalten des Homo sapiens. Das ist nämlich schon seit sehr sehr vielen Jahren gleich. Wir wissen das und wissen, was unsere Babies brauchen. Wir können es uns nämlich aussuchen, was wir lesen und haben nicht nur eine Buch-Empfehlung von der Nachbarin auf dem Nachtschränkchen, wo es darum geht, dass jedes Kind schlafen lernen kann und dass man die Kinder weinen lassen muss. Nein, wir haben die ganze Welt zum Lesen und wissen jetzt, dass so einige Schlafprogramme nämlich gar nicht so gut für unsere Babies sind und sogar richtig Schäden anrichten. Wir machen euch da aber keinen Vorwurf daraus, denn ihr wusstet es nicht besser. Wir wissen jetzt jedoch so einiges mehr und bitten euch: Vertraut uns! Glaubt an uns und lässt uns unsere eigenen Wege gehen.

Wir wissen auch, dass euch die Ernährung des Babies stark am Herzen liegt und ihr nur das Beste für uns wollt, wenn ihr uns sagt, dass wir nur alle 4 Stunden stillen oder das Fläschchen geben sollen oder die Muttermilch zu dünn ist und wir Brei reichen sollen! Wir wissen aber auch, dass das Baby kompetent ist und selbst am besten weiß, wann es gestillt werden möchte und da gibt es leider keine festen Zeiten für und wir kennen den Nährstoffgehalt der Muttermilch und ihren Zauber. Das Baby und wir wissen das. Eine Mutter, die ihr Kind an die Brust nimmt, weiß was sie tut. Eine Uhr hat keine Gefühle! Stillen ist nicht nur Nahrung sondern auch Nähe und Beruhigung. Vertraut uns. Glaubt an uns!

Ihr möchtet gestärkte Enkelkinder, das wissen wir. Ihr glaubt, dass das Schreien die Lungen stärkt!? Wir wissen aber, dass ein Schreienlassen ohne Begleitung schaden kann und die Bedürfnisse von Babies schnellstmöglich erfüllt werden sollten. Das machen wir auch! Vertraut uns! Glaubt an uns!

Was wir aber auch auf jeden Fall wissen, ist, dass wir euch brauchen. Wir tragen, stillen, begleiten die Kinder in den Schlaf, kuscheln und singen mit ihnen. Wir beruhigen und streicheln sie, trösten sie und lassen sie nicht allein weinen oder sperren sie allein in ihre Zimmer ohne hineinzuschauen.

Ihr wollte das Beste für eure Enkelkinder und wir geben es Ihnen. Das nimmt manchmal ganz schön viel Zeit und Kraft in Anspruch. Traut euch und begleitet diesen Weg mit offenem Herzen. Wir wissen, was wir da machen! Vertraut uns! Glaubt an uns! Unterstützt uns, helft uns im Haushalt, spielt mit den großen Kindern, bestärkt uns und baut uns auf, wenn wir mal schwache Momente haben. Seid für uns da. Lasst uns gemeinsam eine neue Generation mit Liebe und Respekt großziehen. Ihr seid so wertvoll für uns, vertraut uns und geht gemeinsam mit uns, denn wir brauchen euch!

Eure Leen

Nachtrag:

Ich sehe die Generation unserer Eltern und Großeltern nicht als Feind*in, sondern als Partner*in. Ich wünsche mir mehr Zusammenhalt und Verständnis für einander. Der Nachsatz: „Vertraut uns“, „Glaubt an uns“ im Text ist ein Bitte, unseren Weg zu unterstützen und nicht zu boykottieren und zusammen begleiten wir dann eine neue Generation.

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