Und da flog die neue Apple-TV Box auf die Fliesen…

Ich stand am Herd und kochte, während meine Tochter eine Folge ihrer Serie schaute. Das ist für mich kein Problem und Kinderserien, die ich vorher aussuche und „freigebe“, verteufele ich nicht.

Jedenfalls schlief mein Baby in der Trage auf dem Rücken und alle waren glücklich. In der Küche helfen, wollte mein Seidenraupenkätzchen heute nicht und stattdessen lieber Conni gucken. Ist ok, denn da bin ich flexibel.

Ich hörte es nur krachen und schaute in die Stube. Dort lag dann mein Apple-TV auf dem Boden und hatte ein dicke fette Delle.

Ich war wütend, sehr wütend und betrauerte gleichzeitig das gefallene neue Gerät. „Oh man, Mist, jetzt ist es kaputt, weil es runtergefallen ist.“ „Das finde ich überhaupt nicht schön und ich bin sehr wütend und traurig, dass es jetzt kaputt ist.“

Meine Tochter begann zu weinen und wir nahmen uns in die Arme.

Am Mittagstisch, denn ich hatte ja gekocht, war mein Gesicht sicherlich noch ziemlich angespannt und traurig. Meine Tochter sagte, so wie ich es immer bei ihr mache: Hey, Mama, was los?

Ich schaute sie an und sagte: Ich bin wütend und traurig, dass die TV-Box eine Beule hat.

Sie wiederholte und spiegelte mich. Zusätzlich wollte sie die Box pusten, damit es der Beule wieder besser geht.

Ich erzähle das, weil ich diese Situation sehr wichtig finde. Klar, es ist nur ein Gerät und es ist nichts Lebenswichtiges. Es ist aber trotzdem traurig für mich gewesen und das habe ich klar gezeigt. Ich bin authentisch und spiele meinen Kindern keine Masken-Mama vor. Ich achte in diesen Momenten darauf, bei mir zu bleiben. „Na toll! Du hast das jetzt runtergeschmissen! Du bist böse!“ sage ich nicht. Ich bleibe bei mir und erzähle von meinem Ärger, meiner Wut und meiner Traurigkeit.

Es geht unwahrscheinlich gut, denn darüber bleibe ich mit den Kindern in Beziehung und sie lerne, das Gefühle ok sind und auch besonders die unangenehmen Gefühle gefühlt werden dürfen und sollen. Wo lernen und sehen sie es sonst so stark, wenn nicht bei uns?

Nun steht für mich die nächste Aufgabe an. Was ich echt gut mit den Kindern schaffe, schaffe ich nicht so gut in der Erwachsenenwelt. Ein „DU hast aber…“ und… „DU bist aber Schuld an…“ ist für mich schneller z.B. in meiner Partnerschaft gesagt, als mir lieb ist. Daran möchte ich arbeiten. Ich möchte gewaltfreier kommunizieren!!!

Habt ihr Tipps für mich und was hilft euch?

Eure Leen

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